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Gute Routendaten – Voraussetzung für Erfolg im Aktivtourismus

routendaten

Open Data, Datenhaltung und -management sind wichtige Themen für Regionen und Destinationen. Dazu gehört die Aufbereitung, Kommunikation und Pflege von Routendaten.

Das Barcamp Rheinland-Pfalz am 10.6. konstatierte einen „Wildwuchs bei Routeninformationen und GPS-Tracks“. Ein wichtiger Punkt, denn es geht hier um die direkte Vermarktung von Produkten an die Endkunden – und um Kundenbindung in den Regionen.

Eine strukturierte sowie einheitliche Pflege und Verbreitung von Routingdaten ist essenziell für die erfolgreiche Vermarktung eines Produktes – ob im Wandern, Radfahren oder anderen Aktivsportarten. Mehr als die Hälfte der Radfahrenden und ein Drittel der Wandernden nutzen digitale Dienste für Information, Navigation und Routing (adfc Radreiseanalysen, Wanderstudie BTE/DWV, 2018).

Neben der Nutzung touristischer Produkte der DMOs bieten Plattformen wie Outdooractive oder Komoot den Usern die Möglichkeit, eigene Routen zu erstellen und mit der Community zu teilen. Das ist durchaus reizvoll: Gäste teilen ihre Erfahrungen und empfehlen ihre Lieblingstouren.

Der user generated content der Portale birgt aber auch erhebliche Brisanz: es werden Routen empfohlen, die eigentlich nicht sein sollen, z. B. durch geschützte, empfindliche Naturräume, gefährliche Touren, …

Aus diesem Grund beginnen die Portale, den user generated content zu kuratieren, dies ist eine komplexe Aufgabe. Um hier Transparenz zu schaffen, engagiert sich BTE als Gründungsmitglied und im Vorstand bei digitize the planet e. V., einer Initiative zur Digitalisierung der Regeln zur Nutzung der Landschaft, um diese für eine Bewertung von Routenvorschlägen zugänglich zu machen.

content der user auf den Plattformen häufig qualitativ besser als die Tracks der Destinationen

touristische Routen

Der Rennsteig Radweg (blau) ist optimal digitalisiert, die eigentlich identisch verlaufende Via Regia (gelb) nicht. Die Fahrenden können, insbesondere im westlichen Kartenbereich, schwer abschätzen, ob auf der Straße, oder dem parallel verlaufenden Waldweg geradelt werden soll.

Aus Sicht der DMOs ist wichtig, dass sich die hochwertigen, „offiziellen“ Routen vom user generated content abheben und entsprechend dargestellt werden. Schließlich sollten dies die ausgewählten Leitprodukte der Destinationen darstellen, sorgfältig abgestimmt und besten gepflegt.

Dabei ist bemerkenswert: Die Qualität der Daten der Nutzer ist häufig sehr viel besser als die offiziellen Daten. Denn die Tracks sind gefahren, die Tracks der Regionen häufig grob-maßstäblich gebaut.

Die Tracks der DMOs müssen qualitativ einen deutlich höheren Standard erfüllen, damit sie im Wettbewerb um gute Tracks zukünftig eine Rolle spielen können.

Worauf achten wir bei der Erstellung und Kommunikation  leistungsfähiger Daten?

wir berücksichtigen die nach unserer Erfahrung wichtigen Qualitätsmerkmale:

  • sehr saubere, kleinmaßstäbliche Digitalisierung der Tracks (innerorts 1:500)
  • Abstimmung über politische Grenzen von Regionen und Destinationen hinweg
    (Beispielsweise für Produkte wie den Iron-Curtain-Trail, der durch unterschiedliche Bundesländer führt)
  • durchgängige Beschilderung im Gelände
    (dann fahren ggf. auch Plattform-User den „richtigen Weg“ und die Wahrscheinlichkeit neue, ungewollte Varianten eines Produktes zu tracken sinkt)
  • routingfähige Aufbereitung der Daten von Beginn an

Titelbild: eigene Aufnahme BTE
Karte: erstellt von BTE

 

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