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Legale MTB-Trails zeigen Wirkung: Evaluation im Landkreis Osnabrück bestätigt Lenkungseffekte

09/04/2026

Machbarkeitsstudie Mountainbike-Angebote im Landkreis Osnabrück

Im Landkreis Osnabrück zeigt sich, dass legale und organisatorisch abgesicherte Mountainbike-Angebote einen wirksamen Beitrag zur Eindämmung illegaler Nutzungen leisten können. Die Evaluation der am Dörenberg realisierten Trails bestätigt positive Effekte für Lenkung, Konfliktminderung und Naturschutz.

Im Jahr 2021 haben wir für den Landkreis Osnabrück eine Machbarkeitsstudie zum Mountainbiken im Kreisgebiet erarbeitet. Ziel war es, eine tragfähige Lösung für den seit Jahren bestehenden Nutzungskonflikt zu entwickeln und Perspektiven für eine geordnete Mountainbike-Nutzung im Wald aufzuzeigen. 

Aufbauend auf den im Projekt erarbeiteten Grundlagen konnten in Kooperation zwischen den Niedersächsischen Landesforsten und dem im Nachgang gegründeten Verein Teutofreun.de e. V. am Dörenberg legale Mountainbike-Trails realisiert werden. Der Betrieb der Trails wird durch ein abgestimmtes und tragfähiges Betreibermodell abgesichert. 

Diese Trails wurden inzwischen durch den Landkreis Osnabrück evaluiert. Aus dem Gutachten geht deutlich hervor, dass die Schaffung legaler Trails zu einer spürbaren Eindämmung illegaler Nutzungen beigetragen hat. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt auf Flächen der Niedersächsischen Landesforsten, auf denen der Verein ergänzend Rückbaumaßnahmen an illegal angelegten Trails umgesetzt hat. Auch im Privatwald ist ein entsprechender Rückgang nachweisbar, wenn auch weniger stark. Dort wird der Verein nicht aktiv, da der Privatwaldbesitz sich einer Einigung entzogen hatte. 

Zum Erfolg beigetragen hat ein ganzes Bündel an Maßnahmen: 

  • Beschilderung der legalen Trails sowie Kennzeichnung einzelner Trail-Abschnitte 
  • Abstimmung von Rettungspunkten und Erreichbarkeit mit dem Rettungsdienst 
  • Veröffentlichung der legalen Angebote und Nutzungsbedingungen in öffentlich zugänglichen Kartenquellen und im Internet 
  • Löschung bzw. Blindschaltung illegaler Trails in digitalen Karten- und Routingplattformen, soweit möglich 
  • Schrittweiser Rückbau illegal angelegter Trails auf Flächen der Landesforsten 

Diese Schritte werden flankiert von Kontrollen durch Ranger sowie eine klare Kommunikation zu zulässigen und unzulässigen Nutzungen im Gebiet. 

 Die Evaluation benennt darüber hinaus weitere positive Wirkungen: Beteiligte berichten von weniger konfliktbeladenen Begegnungen zwischen Mountainbike-Fahrenden und Wandernden. Gleichzeitig ist es gelungen, die Nutzung stärker auf definierte Korridore zu lenken. Dadurch entstehen Ruhezonen für Wald und wildlebende Tiere, und auch die Bewirtschaftung der Flächen wird für die Forstseite besser planbar. Zudem zeigt sich, dass Pflege und Instandsetzung illegaler Trails seit Schaffung des legalen Angebots deutlich zurückgegangen sind. Rückbaumaßnahmen haben dadurch bessere Chancen, dauerhaft zu greifen. 

Ebenso deutlich macht die Evaluation aber auch, dass ein solches Modell nur dann wirksam ist, wenn es durch Kontrolle, Kommunikation und klare Zuständigkeiten begleitet wird. Insbesondere die Arbeit der Ranger ist ein wichtiger Baustein, um den angestrebten Lenkungseffekt nachhaltig zu sichern. 

Die Ergebnisse liefern einen belastbaren Praxisbeleg dafür, dass legale, attraktiv ausgestaltete und organisatorisch abgesicherte MTB-Angebote einen wesentlichen Beitrag zur Entschärfung langjähriger Nutzungskonflikte leisten können. 

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