Auftrag von: Natur- und Geopark TERRA.vita
Ansprechpartner:
Malin Baruschke, Mathias Behrens-Egge
Aufgabe
Mountainbiken war im Landkreis Osnabrück seit Jahren mit erheblichen Nutzungskonflikten verbunden. Der steigende Nutzungsdruck hat dazu geführt, dass im Kreisgebiet zahlreiche informell entstandene MTB-Trails genutzt werden. Während das Radfahren auf bestehenden Wegen in Niedersachsen grundsätzlich zulässig ist, sind Anlage und Nutzung ungenehmigter Trails abseits der Wege nach Waldgesetz und Schutzgebietsverordnungen verboten. Gleichwohl ist die Nachfrage nach attraktiven MTB-Angeboten hoch, während zugleich die Belastungen für Waldeigentümer*innen, Forst und weitere Nutzungsgruppen zunehmen.
Vor diesem Hintergrund wurde für den Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Ziel war es, aufzuzeigen, wie, in welchen Räumen und unter welchen Bedingungen Mountainbiken im Landkreis Osnabrück künftig rechtlich zulässig, konfliktärmer und für die beteiligten Akteursgruppen akzeptabel gestaltet werden kann. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung und Abstimmung eines tragfähigen Lösungsansatzes, der auf das gesamte Kreisgebiet übertragbar ist.
Im Rahmen des Projekts wurden die unterschiedlichen Interessen und Konfliktlagen systematisch aufgearbeitet und in einem intensiven Abstimmungsprozess, unter anderem im Rahmen eines Runden Tisches, zusammengeführt. Dabei zeigte sich, dass die bestehenden Positionen über Jahre verhärtet waren und die bisherige Situation aus illegalem Trailbau, Sperrungen und erneuter Verlagerung der Nutzung keine tragfähige Perspektive bietet. Die Studie verdeutlicht, dass eine Lösung nur über verhandelte, für die MTB-Nutzenden attraktive und gleichzeitig für Waldbesitzende und Forst vertretbare Angebote möglich ist.
Leistungen
Folgende Leistungen werden erbracht:
- Sichtung, Aufbereitung und kartografische Verarbeitung vorhandener Grundlagen, Analyse von Portalen, Darstellung des Bestands informeller Trails
- Konzeption, Moderation und Dokumentation eines Runden Tisches mit relevanten Akteursgruppen
- Erarbeitung und Abstimmung tragfähiger Lösungsansätze für die MTB-Nutzung im Konfliktfeld Wald
- Recherche und Aufbereitung von Best-Practice-Beispielen vergleichbarer Regionen
- Analyse und Bewertung von Restriktions- und Eignungsräumen für die Mountainbike-Nutzung im Projektgebiet
- Entwicklung eines räumlichen und zielgruppenbezogenen Konzepts für ein zukünftiges MTB-Angebot
- Erarbeitung von Ansätzen zu Regelwerk, Kontrolle, Betreibermodell sowie Haftungs- und Versicherungsfragen
- Entwurf eines Gestattungsvertrags
Erfolge
Eine grundsätzliche Lösung ist machbar, wenn Nutzungen durch gezielt angelegte Trails gelenkt werden. So können Schäden im Wald minimiert und Verantwortlichkeiten für Kosten, Pflege und Risiken klar geregelt werden. Zugleich wurde deutlich, dass die Umsetzung eines solchen Ansatzes anspruchsvoll ist und intensive Verhandlungen sowie mehrstufige Arbeitsschritte erfordert. Das Projekt schaffte eine fachlich fundierte und zwischen den Akteursgruppen abgestimmte Grundlage für den zukünftigen Umgang mit dem Thema Mountainbiken im Landkreis Osnabrück.
Aufbauend auf den im Projekt erarbeiteten Grundlagen konnten in Kooperation zwischen den Niedersächsischen Landesforsten und dem im Nachgang gegründeten Verein Teutofreun.de e. V. am Dörenberg legale Mountainbike-Trails realisiert werden. Deren Betrieb wird durch ein abgestimmtes und tragfähiges Betreibermodell abgesichert.
Weiterführende Links
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