Klimaanpassung klingt für viele zunächst abstrakt: langfristig, komplex, schwer greifbar. Gleichzeitig zeigt sich immer deutlicher, dass der Klimawandel touristische Angebote bereits heute verändert – in Städten ebenso wie in ländlichen Regionen. Er beeinflusst Aufenthaltsqualität und Sicherheit, stellt Infrastrukturen vor neue Herausforderungen und wirft nicht zuletzt die Frage auf, wie Destinationen auch in Zukunft attraktiv und widerstandsfähig bleiben können.
In unserem Webinar gibt Dominika Mazurkiewicz einen Überblick darüber, wie sich der Klimawandel auf den Tourismus auswirkt. Im anschließenden Gespräch mit Anja Noffz von der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH und Nina Zantout von visitBerlin wird deutlich: Klimaanpassung gelingt vor allem dann, wenn sie als gemeinschaftliche Aufgabe verstanden wird und wenn man bereit ist, kontinuierlich mit konkreten, machbaren Schritten voranzugehen.
Beide Destinationen haben sich in den vergangenen Jahren intensiv mit Klimaanpassung im Tourismus beschäftigt. In Brandenburg ist daraus unter anderem ein umfangreiches Wissenspapier entstanden, ergänzt durch acht branchenspezifische Leitfäden und einen Klimacheck. Diese Materialien unterstützen Betriebe und Destinationen dabei, eigene Risiken besser einzuschätzen und konkrete Handlungsoptionen zu identifizieren.
Berlin zeigt wiederum, wie Klimaanpassung strategisch mit Klimaschutz zusammengedacht werden kann. Die von visitBerlin gemeinsam mit BTE, ZENAT und Prof. Stefan Gössling erarbeitete Klima-Roadmap verbindet beide Perspektiven.
Besonders greifbar wurde das Thema durch konkrete Beispiele aus der Praxis. Ein touristischer Betrieb aus dem Raum Potsdam zeigte, wie Klimaanpassung auf betrieblicher Ebene beginnen kann. Aus Berlin wurde mit „Gieß den Kiez“ ein Beispiel vorgestellt, das Klimaanpassung im urbanen Raum sichtbar macht und Menschen direkt zum Mitmachen einlädt.
Eine zentrale Erkenntnis des Webinars: Destinationen sind wichtige Multiplikatoren. Sie müssen nicht jede Maßnahme selbst umsetzen, können aber Orientierung geben, Wissen bündeln, Akteur:innen vernetzen und das Thema verständlich in die Breite tragen.
Unser Fazit: Klimaanpassung ist kein zusätzliches Randthema, sondern ein wichtiger Teil des Risiko- und Zukunftsmanagements im Tourismus. Wer heute beginnt, stärkt die Resilienz von Destinationen, Betrieben und touristischen Angeboten von morgen.
Wir danken Nina Zantout und Anja Noffz herzlich für die spannenden Einblicke in ihre Projekte und den offenen Austausch.