Refugio Climático – Klimaanpassung als offener Aufenthaltsraum
Hitzewellen verändern den Alltag in Städten und damit auch die Anforderungen an Aufenthaltsqualität, öffentliche Räume und touristische Infrastruktur. Der Refugio Climático im Círculo de Bellas Artes in Madrid zeigt, wie Klimaanpassung nicht nur technisch, sondern auch sozial und kulturell gedacht werden kann.
Im Sommer 2026 wird der Salón de Baile erneut in einen frei zugänglichen, konsumfreien Rückzugsort verwandelt. Besucherinnen und Besucher können dort verweilen, lesen, arbeiten, spielen, Wasser auffüllen oder einfach einen kühlen Moment mitten im Zentrum Madrids finden.
Besonders stark ist, dass der Refugio Climático mehr ist als ein „kühler Raum“. Durch Aufenthaltsbereiche, flexible Möblierung, Vegetation, Wasserstelle, Lese- und Spielangebote sowie Ruhezonen entsteht ein Ort, der aktiv zum Verweilen einlädt und dabei nicht an Konsum geknüpft ist. Hitzeschutz wird so nicht als Notlösung sichtbar, sondern als neue Qualität im Stadtraum.
Für den Tourismus ist das besonders relevant: Wer eine Stadt im Sommer besucht, braucht Orte zum Pausieren, Abkühlen und Durchatmen. Konsumfreie Aufenthaltsorte mit Möglichkeiten zur Abkühlung und Zugang zu Trinkwasser werden damit zunehmend zu Qualitätsmerkmalen einer Destination.
Als Best Practice ist das Projekt gut übertragbar. Viele Museen, Tourist-Informationen, Bibliotheken, Kirchen oder Kulturhäuser verfügen über Räume, die in Hitzeperioden temporär anders genutzt werden könnten.
Der Refugio Climático zeigt: Klimaanpassung muss nicht immer mit großen Bauprojekten beginnen. Wirkung entsteht oft dort, wo vorhandene Ressourcen neu gedacht und niedrigschwellig zugänglich gemacht werden. Damit reagiert das Projekt gezielt auf die Belastung durch Hitze und schafft zugleich Raum für Gesundheit, Komfort und Teilhabe.
© Miguel Balbuena / Círculo de Bellas Artes de Madrid