Webinar 3: Fusion von DMO
Wie kann aus zwei regionalen Tourismusorganisationen eine gemeinsame, wettbewerbsfähige DMO entstehen? Welche Rolle spielen politische Rückendeckung, gewachsene Kooperationen, klare Strukturen und eine kontinuierliche Kommunikation? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des dritten Webinars unserer Reihe „Change von DMO kann gelingen, aber wie?“.
Zu Gast war Katja Hilt, Geschäftsführerin der Hunsrück-Nahe Tourismus GmbH. Sie gab praxisnahe Einblicke in den Fusionsprozess von Hunsrück Touristik und Naheland-Touristik zur neuen Hunsrück-Nahe Tourismus GmbH. Der Prozess wurde Ende 2023 angestoßen und Anfang 2026 mit der Verschmelzung der beiden Organisationen abgeschlossen.
Im Austausch wurde deutlich, dass eine Fusion nicht von heute auf morgen vollzogen werden kann – einleuchtend! Im Fall Hunsrück-Nahe baute der Veränderungsprozess auf einer über viele Jahre gewachsenen Zusammenarbeit auf, u. a. in gemeinsamen Projekten zu Wander- und Bikeangeboten bzw. einer Bikeregion sowie rund um den Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Diese Erfahrungen schufen Vertrauen, machten Mehrwerte sichtbar und bildeten eine wichtige Grundlage für den späteren organisatorischen Zusammenschluss.
Zugleich wurde erneut betont, dass DMO-Change politisch gut vorbereitet und strukturiert gesteuert werden muss. Die neue Organisationsstruktur verbindet eine schlanke GmbH mit einem Tourismusverband, in dem die kommunale Ebene und ihre Interessen eingebunden sind. Diskutiert wurden Fragen der Finanzierung, der Aufgabenverteilung, der Kommunikation in politischen Gremien, der Einbindung der Mitarbeitenden sowie der Weiterentwicklung lokaler Kooperationsstrukturen.
Zentrale Erfolgsfaktoren:
- Frühzeitig handeln: Den Veränderungsbedarf erkennen und den Prozess proaktiv gestalten.
- Vertrauen aufbauen: Bestehende Kooperationen und gemeinsame Projekte als Grundlage nutzen.
- Politik gezielt mitnehmen: Rückhalt durch klare Kommunikation, persönliche Gespräche und belastbare Entscheidungsgrundlagen sichern.
- Strukturiert vorgehen: Den Prozess über Workshops, Lenkungsgruppe und Etappenziele verbindlich steuern.
- Nutzen sichtbar machen: Mehr Budget, stärkere Fachlichkeit und bessere Wettbewerbsfähigkeit klar herausstellen. Teilerfolge als Meilensteine kommunizieren.
- Anpassungsfähig bleiben: Rückmeldungen aufnehmen und das Modell im Prozess sinnvoll nachjustieren.
Die neue Struktur eröffnet der Destination heute bessere Handlungsmöglichkeiten mit mehr Budget, klareren Zuständigkeiten, stärkere Spezialisierung in wichtigen Themenfeldern insgesamt und der verschieden Mitarbeiter:innen und mehr Spielraum für Marketing, Produktentwicklung, Digitalisierung und überregionale Projekte.
Wir danken Katja Hilt herzlich für die offenen und praxisnahen Einblicke sowie allen Teilnehmenden für ihr Interesse und die Diskussion
Wer das dritte Webinar verpasst hat oder einzelne Inhalte noch einmal nachhören möchte, kann die Aufzeichnung des Webinars hier abrufen:
Die Webinarreihe wird fortgesetzt: Am 2. September 2026 blicken wir im vierten Webinar auf die Entwicklung wettbewerbsfähiger lokaler DMO am Beispiel der Rureifel.
Hier entlang zur Anmeldung.
Ansprechpartner: Dr. Alexander Schuler