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Projekt zum Thema „Mobilität, Tourismus & Leben auf Usedom“ findet seinen Abschluss

UBB

Bedeutung der Bezugsgruppe Einwohnende wird in der Tourismusentwicklung immer wichtiger

In der vergangenen Woche fand die „Abschlussveranstaltung“ des Projektes „Raumentwicklungskonzept Usedom“ in Zinnowitz auf der Insel Usedom statt. Neben zahlreichen Akteuren und touristischen Leistungsträgern nahmen auch interessierte Bürgerinnen und Bürger an der Veranstaltung teil. Allen Beteiligten wurde der Konzeptentwurf vorgestellt sowie erste, schnell umsetzbare Schlüsselmaßnahmen präsentiert und aus dem Plenum weitere Anregungen aufgenommen.

Mit kontinuierlich steigenden Besucherzahlen und einer sich weiter zuspitzenden Verkehrsproblematik auf der Insel Usedom rückt das Thema der sinkenden Tourismusakzeptanz immer stärker ins Zentrum der Tourismusplanung. Ein großer Teil der Bevölkerung profitiert vom Tourismus und es besteht Konsens, dass der Tourismus für Usedom wichtig ist. Einwohnende sehen jedoch zunehmend die Schattenseiten wie Verkehrstaus, Wohnraumknappheit, Parkplatzproblematik, Überfüllung etc.

Eine zentrale Erkenntnis der Abschlussveranstaltung auf Usedom war, dass die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner bisher nicht ausreichend berücksichtigt werden und sie sich oft als Zuschauer in der Inselentwicklung sehen. Zukünftig muss es einen Einklang geben zwischen den Interessen der verschiedenen Bezugsgruppen wie im Tourismus beschäftigten, der lokalen Wirtschaft und Eiwohnenden. Neben dem vordergründigen Projektauftrag, Lösungen für die drängenden Verkehrsprobleme zu erhalten wird auch in diesem Projekt deutlich: In der Planung von Tourismusprojekten ist eine frühzeitige Einbeziehung der Bevölkerung notwendig, wollen diese a) genehmigt und b) auch mit dem Rückhalt in der Bevölkerung akzeptiert und erfolgreich umgesetzt werden. „Es geht nicht um ein Gegeneinander, sondern um ein Miteinander“, sagt Michael Steuer von der Usedom Tourismus GmbH.  

Lösungen für zunehmende, durch Tourismus indizierte Verkehrsprobleme

Bereits seit vielen Jahren ist die Verkehrsentwicklung auf der Insel Usedom, der zweitgrößten Insel Deutschland und einem der beliebtesten Reiseziele, ein viel diskutiertes und prominentes Thema. Ziel des Projektes war die Erarbeitung eines ganzheitlichen und alle Verkehrsträger berücksichtigenden Raumentwicklungskonzeptes für die Region Usedom. Dabei sollte das Thema Verkehr in den Fokus gerückt werden, aber auch die Anforderungen der Tourismusentwicklung sowie des Lebens der Bewohnerinnen und Bewohner auf der Insel mit einbezogen werden.

Die Herausforderung bestand darin, die unterschiedlichen Interessen der Bevölkerung, der lokalen Wirtschaft und der Tourismusentwicklung in Einklang zu bringen. Dadurch verfolgte das Projekt einen starken partizipativen Ansatz, so dass in verschiedenen Beteiligungsformaten rund 250 Akteure, touristische Leistungsträger sowie Bürgerinnen und Bürger eingebunden wurden, um das Zukunftskonzept für Usedom mit zu gestalten. Eine zentrale Erkenntnis des Bearbeitungsprozesses ist, dass der Tourismus bisher der zentrale „Taktgeber“ in der Entwicklung der Insel Usedom war und auch zukünftig sein wird. Daraus ergeben sich Implikationen der touristischen Entwicklung auf andere Bereiche wie „Verkehr“ und „Leben und Arbeiten“, gerade dann, wenn die touristische Entwicklung ungesteuert verläuft.

Im Ergebnis ist ein ausführliches Konzept mit einem Maßnahmenkatalog für künftig gemeinsam wahrzunehmende Aufgaben und klaren Verantwortlichkeiten entstanden, das sich an einem verbindlichen Leitbild und konkreten Zielen orientiert.

Wichtig ist nun, das Raumentwicklungskonzept zeitnah mit Leben zu füllen, in dem die vorgeschlagenen Maßnahmen nach und nach vertieft und umgesetzt werden. Drei regionale Akteure haben aus dem vorgeschlagenen Maßnahmenplan bereits vier „Startprojekte“ aus dem Bereich Mobilität und Verkehr ausgewählt, für deren Umsetzung sie die Verantwortung übernehmen. Auch ein Bürgerbeirat ist bereits in Planung, der die Umsetzung des Konzeptes begleiten soll.

Das Projekt hat BTE gemeinsam mit den Verkehrsexperten von der PTV Transport Consult GmbH im Zeitraum von September 2020 bis Oktober 2021 im Auftrag des Regionalen Planungsverbandes Vorpommern bearbeitet.

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Foto: © HP Gruesen, Quelle: pixabay