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Unser Mitarbeiter Christof Dilzer berichtet vom 5. Mountainbike Tourismuskongress in Bad Orb/Spessart

„Deutschland hat beste Voraussetzungen für einen exzellenten MTB-Tourismus: vielfältige Landschaften, einen starken Heimatmarkt und eine engagierte MTB-Szene. Trotzdem steckt die Branche in den Kinderschuhen. […] Gemeinsam mit den Akteuren der Branche wollen wir das Potenzial heben und Deutschland als MTB-Destination von Weltrang etablieren“, so ein Auszug aus der Vision des Mountainbike-Tourismusforums Deutschland e.V. (MTF), dem Veranstalter des Kongresses.

Diese klare Zielsetzung verfolgt das MTF bereits seit 2014, wobei der jährlich stattfindende Mountainbike-Tourismuskongress als Umsetzungs-Plattform dient: hier werden wissenschaftliche Erkenntnisse vorgestellt, Erfahrungen und Best-Practice-Beispiele ausgetauscht und die relevanten Akteure untereinander vernetzt.  

Marktforschung Mountainbiking

Das MTF führte in den vergangenen Jahren eine ausführliche und wissenschaftlich fundierte Marktuntersuchung zum Mountainbiking im deutschsprachigen Raum durch. So wurden in den Jahren 2017 und 2018 beinahe 12.000 Biker hinsichtlich ihres eigenen Biking-Verhaltens, ihren Reiseabsichten und -bedürfnissen sowie ihrer soziodemographischen Situation befragt. Das Ergebnis liefert nun erstmalig eine verlässliche Grundlage für alle Touristiker, um sowohl Infrastrukturen als auch Produkte zu schaffen, die sich voll und ganz nach den Bedürfnissen der Zielgruppe richten.

Ein zentrales Ergebnis dieser Untersuchung ist die Verteilung der Mountainbike-Segmente:

  • Größtes Marktvolumen (rd. 82%) bilden die Zielgruppen Touren-MTB (22,8%) und All-Mountain/Enduro (59,5%).
  • Nebengeordnet sind Freerider und Downhiller mit rd. 10%. Häufig sind dies keine Gäste, sondern Einheimische auf lokal bekanntem Terrain.
  • 7% der Mountainbiker ordnen sich dem Segment Marathon/Cross Country MTB zu.


Best Practice

Die Rad Region der Villach Tourismus GmbH präsentierte die bereits umgesetzten Mountainbike-Infrastruktureinrichtungen in der österreichischen Tourismusregion „Villach – Faaker See – Ossiacher See“ und das dahinterstehende Markenkonzept „lake.bike“. Dieses zeichnet sich durch ein breites Trail-Angebot und MTB Skill Center aus. Geplant wurde ein kommerzieller Trailpark als Angebot für die ganze Familie – grenzüberschreitend, inspirierend und familienfreundlich, mit einem laufradtauglichem Pump-Track in unmittelbarer Nähe zum Faaker See.

Der Tourismusverband Ostbayern e.V. betreibt die Umsetzung des Mammut-Projektes „Mountainbike Abenteuer Trans Bayerwald“ mit einer 700 Kilometer langen Mountainbike-Reiseroute (aufgeteilt in zwei Sieben-Tages-Etappen) durch den gesamten Bayerischen Wald.

Mountainbiking Scotland präsentierte die nationale Entwicklungsstrategie  Scotlands zur weltweiten Nr. 1 Destination im Mountainbiking, vgl. Developing Mountainbiking Scotland.

Fazit

  • Der Markt entwickelt sich weiterhin dynamisch, es werden zahlreiche Projekte realisiert oder sind in der Planung.
  • Zahlreiche Regionen profilieren sich durch leistungsfähige und eigenständige Produkte.
  • Größtes Marktvolumen (rd. 82%) bilden die Zielgruppen Touren-MTB (22,8%) und All-Mountain/Enduro (59,5%). Damit dominieren jene Zielgruppen den MTB Markt, die sich beschilderte Strecken- und Trailnetze sowie eine Willkommenskultur in der Destination wünschen und gerne Trailcenter- und Trailparks nutzen.
  • Die Gruppe der Freerider und Downhiller ist mit rd. 10% des MTB Marktes nur eine Nische (häufig kein Tourismus, sondern Einheimische auf lokal bekanntem Terrain), wird aber häufig mit Nutzungskonflikten in Verbindung gebracht und erfährt starke mediale meiste Aufmerksamkeit.
  • Der Mountainbike-Tourismuskongress bildet ein attraktives Format und erscheint uns vorbildhaft für Information, Austausch und Weiterentwicklung spezifischer Marktsegmente im Tourismus.


Weitere Infos unter:
www.mountainbike-tourismusforum.de

Ansprechpartner:
Christof Dilzer

Impressionen

Fotos: BTE 2019